Entstehung des Spiels
Der Ursprung des Footballs wird allgemein zurückdatiert auf den
6. November 1869, als die Mannschaften der Universitäten von Rutgers und Princeton in New
Brunswick (New Jersey) 6:4 spielten nach fußballähnlichen Regeln, denn American
Football sollte erst noch erfunden werden.
Im Jahre 1874 trafen die Mannschaft der Harvard University und
das Rugby-Team der kanadischen McGill-Universität aus Montreal, Kanada aufeinander, in
Spielen mit Kompromiss-Regeln. Aus diesem Denkanstoß entwickelten sich dann Canadian
Football und American Football.
Die maßgebende Persönlichkeit beim American Football war dabei
Walter Camp, der ab 1876 als Spieler, Trainer und Funktionär an der Yale-Universität
dessen Entwicklung (und die anderer Sportarten) bis 1925 entscheidend prägte. So wurde
die Spielerzahl auf elf festgelegt, der exklusive Ballbesitz für mindestens drei Versuche
eingeführt, und die Angriffsformation mit sieben Spielern an der Linie und vier im
Rückraum üblich. Gespielt wurden ca. zehn Spiele von einschließlich September bis
November, markiert durch die Feiertage Labor Day und Thanksgiving.
Camp stellte ebenfalls eine vielbeachtete All
America-Auswahlmannschaft zusammen, die z. B. vom US-Präsidenten geehrt wird
(siehe Filmszene in Forrest Gump). Die Spiele der Studenten an den Ivy
League-Elite-Universitäten der Ostküste wurden populär, ab den 1890er Jahren
waren 30.000 Zuschauer keine Ausnahme. Zu der Zeit gab es auch schon außeruniversitäre
Wettkämpfe mit ersten professionellen Ansätzen, die jedoch noch mehrere Jahrzehnte lang
im Schatten des College-Footballs stehen sollten. Im Jahre 1902 wurde mit dem Rose Bowl in
Pasadena die Tradition der Bowl-Spiele an Neujahr begründet. Ein Turnier zur Bestimmung
eines Meisters wurde nie eingeführt; die National Championship-Ehren wurden
durch Umfragen bei Trainer und Journalisten bestimmt, wobei öfters Uneinigkeit herrschte.
Zu gleichen Zeit war der Football allerdings auch schon in einer
anderen Krise, denn pro Jahr kamen mehr als ein Dutzend Spieler um, weil sie in
Keil-Formationen miteinander verhakt aufeinander einstürmten. US-Präsident Theodore
Roosevelt erzwang daraufhin Regeländerungen, die das Spiel sicherer machen sollten. Um
das Jahr 1912 hatte Football dann die heutige Form angenommen. Insbesondere die
Einführung des Vorwärts-Passes markierte die Trennung vom Rugby endgültig. Ein Touchdown
zählte fortan sechs Punkte. Die Spielfelddimensionen wurden an das neugebaute Stadion von
Harvard angepasst.